Landesschule Pforta. Begabtenförderung im Internatsgymnasium seit 1543, <www.landesschule-pforta.de>.

Chorfahrt nach Ettal 2009

Kloster Ettal 40 verrückte Mädchen, 7 Lehrer, ein Reisebus. Alles klar. Der Mädchenchor fährt nach Ettal. Da ist mehr als nur Chaos vorprogrammiert. Allein die Hinfahrt erwies sich als kompliziert. Nachdem in Herrn Jendes genau durch geplanten Zeitplan 10 Minuten fehlten, musste Jeanne-Marie (9m) auch noch an einer Autobahnraststätte ihre Tasche vergessen, was zur Folge hatte, dass wir noch einmal umdrehten und eine ganze halbe Stunde verloren. Doch dank Herrn Israel, unserem Busfahrer, kamen wir irgendwie trotzdem pünktlich an.
Im Kloster angekommen, begrüßten uns bei eisiger Kälte und 40 cm hohem Schnee Pater David und die Musiklehrerin der Schule, Frau Dr. Sandner Lukas Anton, die uns mitteilten, dass wir uns nun zur feierlichen Vesper begeben würden. Wir hungrigen Pfortenser mussten feststellen, dass die Vesper kein gemütliches Kaffeetrinken ist, sondern eines der sieben Stundengebete. Komplett auf Latein.
Gruppenbild in Ettal Nach der Vesper wurden wir in die Gastfamilien eingeteilt. Es wurde ein wenig improvisiert da einige Familien doch nicht so viele Schüler beherbergen konnten wie angegeben. Wiederum andere Familien erschienen erst gar nicht. Anfangs war die Verständigung ein bisschen schwierig. Aber wer kann denn auch ahnen, dass "Wenn's eh's wollet, rührt's eu!" auf Hochdeutsch soviel bedeutet wie: "Wenn ihr noch was braucht, sagt es einfach!" Die typisch bayrischen Klischees wurden nicht erfüllt. Blau-weiß karierte Decken und Männer und Frauen in Trachten suchte man vergeblich. So konnte man darauf schließen, dass die Bayern, trotz ihres "Grüß di" und "Servus" ganz normale Menschen sind.
Mädchenchor singt in Ettal Am nächsten Morgen ging es schon früh raus. 8:15 Uhr begann die heilige Messe zu Ehren des heiligen Benedikts und das Gedenken an die Opfer des Amoklaufes in Winnenden vorige Woche. 9:30 Uhr Unterrichtsbesuch im Benediktinergymnasium zu Ettal. Wir wurden in verschiedenen Klassen eingeteilt. Wirtschaft, Biologie, Physik, Kunst und Englisch standen zur Auswahl. Nachdem einige festgestellt hatten, dass das bayrische Englisch unserem wenig ähnelt, andere im Musikunterricht wild getanzt und der Rest in Physik über irgendwelche noch nie zuvor gehörten Spannenergien informiert wurden, bereiteten wir uns auf unser Konzert vor.
Es gab keine größeren Katastrophen, außer dass das Publikum nach jedem Lied klatschte, was den Chor dazu zwang einige Strophen auszulassen. Nach einer Führung durch das gesamte Kloster und dem Jungeninternat war der Nachmittag in den Gastfamilien frei.
Einige fuhren nach Garmisch, andere nach München. Und wiederum andere blieben auf Grund eines nicht vorhandenen Autos in ihrem Dorf und vergnügten sich im Cafe bei hausgemachten Brezeln und einer Tasse Schümli. (Hat nichts mit Schimmel zu tun. Schümli ist ein bayrisches Getränk mit viel Schaum und wenig Kaffe. Bei uns war es eher anders 'rum. Viel Kaffee, wenig Schaum. Doch mit ein bisschen Milch und noch mit viel mehr Zucker war das sehr starke Getränk dann doch genießbar.)
Besuch bei Pater Maurus Am Sonntagmorgen verabredeten wir uns vor der Marnauer Klinik, um Pater Maurus, der dort auf Grund eines Unfalles lag, ein Ständchen zu bringen.Um 10:45 Uhr ging es dann zurück gen Heimat. Und trotz einiger Situationen, in denen man dachte "Okay, und was heißt das jetzt?" kann man sagen, es war ein sehr schönes Wochenende mit vielen tollen Momenten und Erfahrungen, neuen Freundschaften und entfachter Liebe für das Land der Weißwürste.
© 2009 Landesschule Pforta. Text: Maria-Friederike Stegen (9m). Fotos: M. Jende u. B. Westermeyer.