11. Tag der Technik
Zum 11.Tag der Technik, der am 9.Oktober 2008 stattfand, hatte sich das Konzept auf Wunsch der Schülerschaft erweitert. Dieses Jahr hieß es: Erfahrungen sammeln mit Kopf und Händen. Daher standen diesmal nicht ausschließlich Vorträge, sondern auch vier Workshops auf dem Programm.
Der Tag der Technik wurde schon am Vorabend mit einem Vortrag über Lernen in virtuellen Welten von Prof. Dr. Schenk vom Fraunhofer-Institut Magdeburg eingeleitet. Er erklärte, wie man Städte und Räume als virtuelle Welt im Elbedom, einem runden Raum, der zum Fraunhofer-Institut gehört, darstellen kann und an welche Grenzen diese Technik bei der Umsetzung stößt.
Der Donnerstag wurde in zwei Phasen geteilt. Am Vormittag und am Nachmittag fanden Workshops statt, und jeweils zwei unterschiedliche Vorträge. Es war jedem Schüler möglich, Vorträge und Workshops seiner Wahl zu besuchen.
Im ersten Vormittagsbeitrag wurde hauptsächlich über die Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt Süd als Motor des Strukturwandels in der Region von Dr. Michael Heinemann die Filinchen-Herstellung als Wirtschaftsfaktor informiert. Dies gelang durch firmeneigene Werbefilme. Anschließend stellte Dr. Hubert-Joachim Frenck die Herstellung von Solarzellen als Herausforderung für Ingenieure und Wissenschaftler dar. Dieser Vortrag verlangte eine genaue Kenntnis über den Bau von Solarzellen, jedoch war ihm nicht bewusst, dass dieses Vorwissen nicht bei jedem Zuhörer vorhanden war.
Dr. med. Helmut Matzel präsentierte am Nachmittag seinen Vortrag zum Thema: Zahnarzt oder Feinmechaniker? Was ein Zahnarzt über Technik wissen muss. Er erklärte allen Teilnehmern was Zahnärzte und Feinmechaniker gemeinsam haben, wie geschickt man als Dentist mit seinen Patienten umgehen und was man beim Eröffnen einer neuen Zahnarztpraxis beachten und einkalkulieren muss.
Außerdem hielt Prof. Dr. Dietrich Romberg eine Darbietung über Biomedizinische Technik-eine zukunftsorientierte Hochtechnologie-Branche. Bei ihm ging es z.B. um Herzschrittmacher, und um kleine Kapseln, die bei Einnahme Bilder der Gewebestruktur des Körpers an einen Monitor weiterleiten.
In Workshop 1 "Baue und programmiere Roboter, die tun was Du willst" von Günther Zahradnik vom Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung von Sachsen-Anhalt (LISA) hatten Zweiergruppen die Möglichkeit, aus LEGO-Technik-Bausteinen ihren eigenen Roboter zu entwerfen und mit der dazugehörigen Software zu programmieren. Der fertig gestellte Roboter war in der Lage Druckunterschied, Farben und Höhendifferenzen wahrzunehmen. Als weiteres Zubehör war es ihm möglich zu sprechen und sich nach der von Schülern vorgegebener Programmierung zu bewegen.
Dr. Peter Lorenz und drei Studenten der Universität Halle ließen in Workshop 2 Schaltkreise bauen, bei denen nur bestimmte Lampen gleichzeitig leuchten durften, was den Grundaufbau einer Alarmanlage wiedergab. Viele hatten sich zwar unter dem Titel: "Das belebte Haus" etwas anderes vorgestellt, denn dieser Workshop war einer der meist besuchten. Der Aufbau und die Durchführung der Arbeitsgruppe entsprachen nicht ganz den Erwartungen aller sich hierfür eingetragenen Schüler, sie hatten sich vorher nicht ausreichend Gedanken über das Thema gemacht.
Virtuelles Konstruieren mit dem Computer- CAD, so hieß es in dem von Hans-Henning Drews von der LPE Technischen Medien GmbH vorbereiteten Workshop. Hier wurden im Informatikkabinett mit Hilfe des Programms CAD zur Einführung Stifthalter, später Gebilde nach freier Wahl, z.B. Becher oder verbesserte Stifthalter konstruiert. Für die meisten informatikbegeisterten Schüler war es nicht anspruchsvoll genug, hat aber dennoch die kreative Seite der Teilnehmer gefördert.
Ebenfalls in der Informatik war Workshop 4 zu finden. Günther Schenke auch von der LPE Technischen Medien GmbH stellte drei seiner neusten Maschinenmodelle zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe konnten Bauwerke kreativ mit FiloCAD und FiloCut konstruiert werden. Filo bedeutet so viel wie heißer Draht, Cut aus dem Englischen, schneiden. CAD ist ein Programm, welches die vorher konstruierten Bauteile an die Maschinen weiterleitet. Am Computer wurden einzelne Bestandteile von Brücken oder Türmen im CAD in ein Koordinatensystem gezeichnet, diese Datei wurde später an eine der drei Maschinen gesendet, die diese mit dem heißen Draht aus Polesteronschaum heraus arbeitete.
Am Ende des Tages war sich fast jeder Schüler des naturwissenschaftlichen Zweiges sicher, dass das neue Konzept der Gestaltung des Tages der Technik für Verständnis, das Interessewecken und die Aufmerksamkeit besser geeignet ist. Wir empfehlen weitere Konversationen zwischen den Leitern und Schülern, um Interessensthemen für das nächste Jahr heraus zu finden, um den nächsten Tag der Technik optimal zu gestalten.