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POL&IS

Ein Planspiel für Politik und Internationale Sicherheit

Vom 01. bis 04. Februar nahmen etwa 55 Schülerinnen und Schüler der Jgst. 11, darunter 30 Portenser, in der Aula von Schulpforte an dem Planspiel POL&IS teil, dessen Name als Abkürzung für Politik und Internationale Sicherheit steht. Entwickelt wurde dieses Planspiel ursprünglich von der Universität Erlangen. Später wurde es von der Bundeswehr angekauft, deren Jugendoffiziere es nun in einer aktualisierten Version als mehrtägiges Projekt in der Jugendarbeit einsetzen, um Jugendliche in die Spielregeln und Probleme der internationalen Sicherheitspolitik einzuführen.
Eingeteilt in zehn Gruppen, die vereinfachend für 10 Weltregionen standen, agierten die Schüler als Regierungschefs ihrer jeweiligen Region. Sie mussten zu Beginn jeder Runde nach strengen Vorgaben errechnen, was ihnen an wirtschaftlichen und auch militärischen Ressourcen aktuell zur Verfügung stand, und konnten diese dann in verschiedene Bereiche investieren, ferner auch internationale Verträge und Bündnisse abschließen oder Kredite von der Weltbank aufnehmen. Zwischendurch tagte man immer wieder als UN-Hauptversammlung, in der sich die einzelnen Regierungen gewissermaßen der Öffentlichkeit präsentierten und untereinander Konflikte besprechen konnten.
Dabei wurde schnell deutlich, dass politische oder wirtschaftliche Entscheidungen, auch wenn sie noch so gut gemeint sind, von Runde zu Runde eine gewisse Eigendynamik entwickeln und zu internationalen Konflikten führen können. In diesem Fall verkaufte z.B. die Region Afrika ihr komplettes Militär für zehn Agrarpunkte an China, das sowieso schon das Gros seiner Ressourcen in den Militärapparat investierte und seinen Einfluss in der Welt aggressiv auszudehnen versuchte. Wie richtige Politker bemühten sich die meisten Mitspieler, ihre Aufgabe als Regierungschefs ernst zu nehmen und vornehmlich die Interessen ihrer eigenen Region beinhart durchzudrücken.
Wie im richtigen Leben gab es aber auch einige fanatische Chaoten, die meinten, sich müssten ohne Rücksicht auf Verluste ihre Visionen verwirklichen: So nutzten in der südamerikanischen Region die übrigen Regeriungsmitglieder die eintägige Abwesenheit ihrer Regierungschefin zu einem Putsch und etablierten eine kommunistische Militärdikatur, die nun im Bündnis mit China aktiv auf einen Krieg gegen die nordamerikanische Region hinarbeitete – ohne Rücksicht darauf, dass die Region kaum über eigenes Militär, geschweige denn Atomwaffen verfügte und die Industrieproduktion Südamerikas infolge des Putsches auch noch um 80 % eingebrochen war. Zum Glück endete das Planspiel, bevor die (überwiegend afrikanischen!) Truppen auf ihren Schiffen Nordamerika erreichten und dieser militärisch völlig aussichtslose Angriff in einem Massaker endete oder zum atomaren Weltkrieg zwischen China und den Nato-Regionen eskalieren konnte.
Hier zeigte sich der Unterschied zum UN-Planspiel, das unsere Schüler im letzten Herbst gespielt haben. Dort lehnte sich die Simulation einer Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates an einen konkreten aktuellen Konflikt an, sodass es mehr um das diplomatische Gezerre um die Ausformulierung einer UN-Resolution ging und das Ausreizen militärischer Optionen eigentlich nicht vorgesehen war. In diesem Planspiel war dagegen das Szenario fiktiv und viel freier gestaltbar. Ob allerdings die Bundeswehroffiziere als Spielleiter das Ausreizen der militärischen Optionen begünstigt haben, sei dahingestellt. Durch das Einstreuen von Anschlägen islamischer Terroristen mögen sie zwar gezielt dazu beigetragen haben, die Sicherheitslage zu destabiliseren und die Regierungen zu militärischen Gegenmaßnahmen zu animieren, doch schienen sie ernsthaft bemüht, den großen Krieg zwischen den Weltregionen zu vermeiden.
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