Landesschule Pforta. Begabtenförderung im Internatsgymnasium seit 1543, <www.landesschule-pforta.de>.

Kontakt

Herr Clanzett
Leiter des
Sprachenzweiges

Tel. 034463 / 35 101
sprachen@
landesschule-pforta.de

Sprachenzweig

Altsprachliche Tradition

Der Sprachenzweig kann auf eine sehr lange Tradition in Pforte zurückblicken. Denn als die Schule im 16. Jahrhundert gegründet wurde, bestand das zentrale Ausbildungsziel aller höheren Schulen darin, ihren Schülern die perfekte Beherrschung der lateinischen Sprache beizubringen, damit sie an den Universitäten Europas studieren konnten. Auch in der Folgezeit behielten die Alten Sprachen, also Latein und Griechisch, einen hohen Stellenwert in den gymnasialen Lehrplänen und werden auch heute noch in Schulpforte gepflegt. Inzwischen geht es allerdings nicht mehr darum, sich in diesen Sprachen fließend unterhalten zu können. Das heutige Ziel besteht vielmehr darin, die Schüler zur Reflexion über Sprache an sich zu befähigen und ihnen zugleich einen Einblick in die griechisch-römische Kultur zu vermitteln, die bekanntlich das geistige Leben Europas bis heute entscheidend geprägt hat. Daher sind die formalen Abschlüsse, die im Rahmen des Latein- und Griechischunterrichts erworben werden können (Latinum/ Graecum), auch heutzutage immer noch Voraussetzung für zahlreiche Studiengänge.

Alte und neue Sprachen

Das heutige Sprachenprofil ist indessen nicht einseitig auf die Alten Sprachen ausgerichtet. Neben Latein und Griechisch werden die modernen Fremdsprachen Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch angeboten. Von diesen Sprachen muss ein Schüler des Sprachenzweiges vier Sprachen erlernen:
  • Als erste Fremdsprache (ab 5) wird Englisch fortgeführt.
  • Als zweite Fremdsprache (ab 7) wird Französisch, Latein oder Russisch fortgeführt.
  • Als dritte und vierte Fremdsprache müssen ab der 9. Klasse zwei der folgenden Sprachen hinzugewählt werden: Französisch, Griechisch, Latein oder Spanisch.
Der erweiterte Fremdsprachenunterricht erfolgt dabei nicht zu Lasten der anderen Fächer. Es geht uns nicht darum, einseitige Spezialisten auszubilden, sondern die gymnasiale Allgmeinbildung im sprachlichen Bereich auf eine breitere Basis zu stellen. Seit einigen Jahren findet auch bilingualer Unterricht statt: Soweit es die stundenplantechnischen Möglichkeiten erlauben, wird für die Sprachenschüler der 9. Klasse der Geschichtsunterricht und für die der 10. Klasse der Mathematikunterricht sequenzweise in Englisch erteilt.

Sprachenprofil in der Kursstufe

Die Qualifikationsphase der Oberstufe ist in Sachsen-Anhalt so organisiert, dass es keine Grund- und Leistungskurse, sondern vierstündige Kern- und Profilfächer gibt. Schüler des Sprachenzweiges führen mindestens drei ihrer vier Fremdsprachen in vierstündigen Kursen fort, manche auch alle vier.

Weitere Angebote

Neben dem regulären Unterricht können weitere Sprachen in Form von Arbeitsgemeinschaften erlernt werden, sofern sich interessierte Schüler und Anbieter finden. So gibt es seit mehreren Jahren schon eine Hebräisch-AG, veranstaltet von einem Pfarrer aus der Umgebung, sowie in manchen Schuljahren Schwedisch-, Italienisch- oder auch Chinesisch-AGs, die gänzlich ohne Lehrer auskommen.
Zur festen Tradition darf inzwischen auch der Griechisch-Workshop gezählt werden, ein Wochenendseminar, in dem die Griechischschüler aller Jahrgänge einmal im Jahr gemeinsam ein Projektthema aufarbeiten.
Viele Schüler, nicht nur des Sprachenzweiges, nutzen die Möglichkeit, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern, indem sie ein Auslandsschuljahr einschieben, gewöhnlich nach der 10. Klasse.
Im Schulalltag erhöht der Einsatz von Fremdsprachenassistenten die Sprachpraxis. In den letzten Jahren erhielten wir Unterstützung von Assistenten aus den USA, aus England, Russland Frankreich oder Spanien, die für jeweils ein Jahr bei uns arbeiteten. Im Schuljahr 2010/11 wurden wir unterstützt durch einen Assistenten aus Frankreich.
Studienfahrten ins Ausland und Kontakte zu internationalen Partnerschulen fördern nicht nur die Sprachpraxis, sondern erweitern auch den kulturellen Horizont. Es gibt feste Schulpartnerschaften mit der Maison d'Education de la Légion d'Honneur in Saint-Denis bei Paris sowie dem Oberschul-Zentrum Adam Mickiewicz in Lubań (Polen). Derzeit wiederbelebt wird eine alte Schulpartnerschaft mit der Oundle School in England. Regelmäßige Studienfahrten gibt es auch nach Spanien und im Abstand mehrerer Jahre nach Griechenland.

Aufnahmeprüfung

Die Aufnahme in den Sprachenzweig setzt hohe Lernbegeisterung und großes Interesse an Fremdsprachen voraus. Im Fach Deutsch und in den zwei bisher betriebenen Fremdsprachen sollten gute bis sehr gute Leistungen erbracht worden sein. Bei der Aufnahmeprüfung müssen die Bewerber gemäß der Verordnung des Kultusministeriums des Landes Sachsen Anhalt einen allgemeinen Kompetenztest und eine zweigspezifische Klausur bestehen. Dabei gehen die Noten des letzten Zeugnisses mit 10 %, der Test mit 40 % und die Klausur mit 50 % in die Gesamtwertung ein. Im Anschluss an diese Prüfungen erfolgt noch ein kurzes Beratungsgespräch, das nicht in die Gesamtwertung eingeht, sondern dem gegenseitigen Kennenlernen und Klären offener Fragen dient.
© Landesschule Pforta. Zuletzt aktualisiert: 22.08.2011