Bestand
80 000 bibliograph. Einheiten
darunter:
ca. 300 Inkunabeln
500 Drucke des 16. Jahrhunderts
90 Drucke des 17. Jahrhunderts
2225 Drucke des 18. Jahrhunderts
34 mittelalterliche Handschriften
35 000 Schulschriften
Schwerpunkte
Allgemeine Geschichte
Kunstgeschichte
Deutsch
Latein
Griechisch
Erdkunde
Pädagogik
Regionalliteratur
Naturwissenschaften
Theologie
Sondersammlungen
Portensia (Lit. über Schulpforte)
Klopstocksammlung
Schulprogramme
Historische Bibliothek
Die Historische Bibliothek der Landesschule Pforta wurde um 1570 gegründet und wuchs im Lauf der Jahrhunderte so weit an, dass sie mit ihren 80 000 Titeln noch heute zu den umfangreichsten Schulbibliotheken Deutschlands gezählt werden kann. Doch da nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kaum noch Neuanschaffungen getätigt wurden, wandelte sich allmählich ihre Funktion. Die Bibliothek dient mit ihren alten Beständen heutzutage eher historisch-wissenschaftlichen Zwecken und wird daher auch von einer wissenschaftlichen Bibliothekarin betreut. Für die Versorgung der Schüler mit aktueller Literatur gibt es eine moderne
Schülerbibliothek.
Nutzungsmöglichkeiten
Die Historische Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek. Um die historischen Bestände der Bibliothek und des Archivs einzusehen, sollten sich auswärtige Benutzer vorher anmelden und mit der Bibliothekarin einen Termin vereinbaren. In der Bibliothek stehen vier Arbeitsplätze mit Stromanschluss für Laptops zur Verfügung. Die Benutzung der Bibliotheksbestände ist kostenfrei, die Benutzung des Archivs für private wie gewerbliche Zwecke ist gebührenpflichtig.
Für Lehrer und Schüler der Landesschule Pforta ist die Bibliothek mittwochs von 14:00 bis 16:30 Uhr geöffnet, in dringenden Fällen auch zu anderen Zeiten. Anders als auswärtige Benutzer können sie die Bücher auch für vier Wochen auszuleihen.
Die Bibliothek im Wandel der Zeiten
Die Bibliothek der Landesschule Pforta entstand 1570 als Büchersammlung einer humanistisch geprägten Schule. Die Buchbestände des ehemaligen Klosters Pforte sucht man hier leider (fast) vergebens. Dennoch bildet eine ehemalige Klosterbibliothek den Grundstock für die Büchersammlung der Schule. Denn 1573 erhielt sie die Buchbestände des ehemaligen Klosters Bosau (Posa) bei Zeitz als Geschenk. Dieser Bestand, der 34 mittelalterliche Handschriften, darunter u.a. eine mit Bildseiten geschmückte Handschrift von Augustinus' "De civitate Dei" und zahlreiche Inkunabeln umfasst, befindet sich auch heute noch in der Bibliothek der Landesschule Pforta.
Anfangs ein verschlossener Schatz, der teilweise sogar an Ketten lag, wurde seit Beginn des 17. Jahrhunderts den Schülern und Lehrern der regelmäßige Zugang zur Bibliothek möglich. Der ihr vom Landesherrn zugesicherte jährliche Etat ermöglichte es zusammen mit den Spenden der Schüler und anderen zahlreichen Geschenken, eine umfangreiche und qualitativ hochwertige Sammlung anzulegen, die Lehrern wie Schülern das wissenschaftliche Arbeiten ermöglichte. Vor allem im 19. Jahrhundert erreichten die Bestände eine Qualität, die weit über den Rahmen einer Gymnasialbibliothek hinausging.
Am Ende des 19. Jahrhunderts öffnete sich die Bibliothek zunehmend auch nach außen und bot ihren Lesern mit der Teilnahme am Leihverkehr zusätzliche Möglichkeiten. Gleichzeitig verlor sie allerdings mit ihren Beständen schon den Anschluss an die Moderne. Da der Etat hauptsächlich an Periodika und Fortsetzungswerke gebunden war, war es nicht mehr möglich, alle Sammelgebiete fortlaufend auf angemessene Weise zu aktualisieren. Durch die sich stetig verschlechternde Finanzlage der Schule, die ihren traurigen Höhepunkt darin fand, dass Mitte der 20er Jahre Anleihen beim Staat aufgenommen werden mussten, war auch die Bibliothek gezwungen, sich noch mehr einzuschränken und sogar Werke zu verkaufen, um Neuanschaffungen tätigen zu können.
Während der Zeit der NPEA Schulpforte (1935-1945) fanden glücklicherweise keine Aussonderungen statt. Der Bestand vergrößerte sich sogar wieder rascher, doch die ideologische Belastung jener Literatur sorgte dafür, dass nach 1945 eine unkontrollierte Aussonderung erfolgte, die den Bestand vielleicht mehr als nötig schrumpfen ließ.
Nach 1953 kam der Ankauf neuer Literatur ganz zum Erliegen. Der Bestand wurde und wird seitdem nur noch durch Geschenke und Belegexemplare geringfügig vergrößert. Eine nach 1945 notwendig gewordene gründliche Neuerschließung des Bestandes unterblieb. Dem Wandel zur historischen Bibliothek wurde personall erst 1992 Rechnung getragen, als mit Frau Dorfmüller eine hauptamtliche Bibliothekarin eingestellt und ein regelmäßiger Etat zur Erhaltung der Bestände zur Verfügung gestellt wurde.